Unterschied zwischen Zöliakie und Weizenallergie

Bei der Weizenallergie handelt es sich nicht wie bei der Zöliakie um eine Erkrankung des Dünndarms, sondern um eine Allergie gegen das Eiweiß der Getreidesorte Weizen, andere Getreidesorten werden hingegen mehr oder weniger gut vertragen.

Weizen stellt in unseren Breiten das häufigste Getreideallergen dar. In Asien steht Reis, in den USA Mais an der Spitze der Getreideallergene. Damit wird der Zusammenhang zwischen Verzehrshäufigkeit und Allergiehäufigkeit deutlich.

Die Getreideallergene liegen dicht unterhalb der Schale des Getreidekorns. Beim Schälen des Korns wird ein Großteil dieser Eiweißbestandteile entfernt. Die Typenzahl des Mehls drückt aus, wie viel Schalenanteile das Mehl noch enthält. Je niedriger die Typenzahl, desto weniger Schalenanteile sind im Mehl noch vorhanden. Das bedeutet gleichzeitig, dass eine niedrige Typenzahl des Mehls für Allergiker günstiger ist. Aus ernährungsphysiologischer Sicht ist diese Empfehlung aber nur dann haltbar, wenn auf die betroffene Getreidesorte auch wirklich eine Sensibilisierung und durch Provokation erwiesene Unverträglichkeit vorliegt. Denn je niedriger die Typenzahl des Mehls, desto geringer ist auch der Nährstoffgehalt.

Lebensmittelauswahl bei einer Weizenallergie

Zu meidende Lebensmittel:

    Weizenmehle und Weizenvollkornmehle
    Weizenkleie, Weizenstärke
    Weizenkeimöl, Weizenbier
    Bindemittel, Stärke, Semmelmehl, Malz
    Vorsicht bei verarbeiteten Lebensmitteln

Geeignete Lebensmittel:

    Hafer, Gerste, Roggen
    Mais, Reis, Buchweizen, Hirse
    Quinoa, Amarant
    Kartoffelstärke, Sojamehl, Guakernmehl und Johannisbrotkernmehl

Dinkel und Kamut sind uralte Weizenformen, die sich besonders geschmacklich vom hochgezüchteten Weizen unterscheiden. Nach neueren Untersuchungen sollen 80 % des Dinkeleiweißes mit Weizeneiweiß identisch sein, trotzdem wird auffällig häufig Dinkel besser vertragen als Weizen. Eine separate diagnostische Abklärung von Dinkel ist deshalb empfehlenswert.

Auch Grünkern (unreif geernteter gedarrter Dinkel) wird von den meisten Weizenallergikern vertragen, nur in seltenen Fällen kann es auch hier zu Überempfindlichkeiten kommen.

Zu meidende Lebensmittel:

    Alle Produkte, die Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel beinhalten, z. B.
    herkömmliche Brot und Backwaren, Teigwaren
    Knabbergebäck, Cornflakes, Fertiggerichte
    Saucen, Dressings, Ketchup, Konserven, ...
    Bier, lösliche Kaffees, Malzgetränke
    Fetthaltige Süßigkeiten wie Pralinen, Nugat, Marzipan, ...
    Milchprodukte nach Therapiebeginn vermeiden wegen evtl. sekundärer Laktoseintoleranz; nach Regeneration
    der Dünndarmschleimhaut langsam steigern