Zöliakie ist eine chronische Erkrankung, die bei entsprechender Bereitschaft durch den Genuss glutenhältiger Speisen ausgelöst wird.

Gluten ist ein Klebereiweiß, das in zahlreichen bei uns üblichen Getreidesorten enthalten ist.
Bei Personen mit entsprechender Veranlagung führt der Verzehr von glutenhältigen Lebensmitteln zu einer Schädigung der Dünndarmschleimhaut. Dadurch wird die Funktion des Dünndarms deutlich beeinträchtigt und die Aufnahme von Nährstoffen wird gestört. Als Folge davon leiden die Patienten unter Mangelzuständen, Verdauungsstörungen und weiteren vielfältigen Symptomen.

Bei unbehandelter Zöliakie verändert sich die Dünndarmschleimhaut in charakteristischer Weise: Die Dünndarmzotten, unzählige kleine Vorwölbungen der Schleimhautoberfläche, verschwinden weitgehend, man spricht von Zottenatrophie.

Unter strikter glutenfreier Ernährung erholt sich die erkrankte Dünndarmschleimhaut wieder. Der Allgemeinzustand des Patienten bessert sich schon meistens nach wenigen Tagen. Auch die Ergebnisse der Blutuntersuchungen werden im Laufe von Monaten normal, und schließlich ist auch die Dünndarmschleimhaut von normaler, gesunder Schleimhaut nicht mehr zu unterscheiden.

Symptome

    Krankheitsgefühl, Müdigkeit
    Blähungen, abnorme Stühle
    Bauchbeschwerden
    Eisenmangelanämie
    Muskel- und Gelenksschmerzen
    gelegentlich Erbrechen
    ev. Gewichtsverlust
    ev. juckende Bläschen auf der Haut

Die Krankheit manifestiert sich bei Kindern häufig am Ende des ersten oder am Beginn des zweiten Lebensjahres, jeweils Wochen bis Monate nach dem Übergang von Milch- auf Getreidebrei-Nahrung.
Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten. In der Disposition zur Zöliakie spielen anscheinend auch Erbfaktoren eine Rolle. Bei 10% bis 15% aller Geschwister oder Eltern oder Kinder von Betroffenen kann sich auch eine Zöliakie oder Dermatitis herpetiformis Duhring entwickeln.

Lebensmittelauswahl

Zu den glutenhältigen Getreidesorten und Produkten werden vor allem:
Weizen, Roggen, Hafer, Gerste, Dinkel, Grünkern, Einkorn, Emmer, Urkorn, Kamut, Bulgur, Couscous, Triticale und Wildreis gezählt.

Die Betroffenen können aber problemlos auf:
Mais, Naturreis, Hirse, Amaranth, Quinoa und Buchweizen (= Knöterichgewächs, kein Getreide, nicht mit Weizen verwandt) ausweichen

Glutenfreie Produkte können in Reformhäusern, Drogeriemärkten oder Apotheken erworben werden.

Geeignete Lebensmittel:

    Produkte aus Reis-, Mais- und Kartoffelstärke
    Buchweizen-, Kastanien-, Hirsemehl
    Saaten (Leinsamen, Sesam, Sonnenblumenkerne)
    Soja - und Sojaprodukte
    Hülsenfrüchte: Linsen, Erbsen, Bohnen, Erdnüsse
    Maniok
    Quinoa
    Amarant
    Alle Produkte mit „Ersatzbindemitteln“ aus Johannisbrotkernmehl, Guarkernmehl, Eiprotein, Tragant
    Native Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Fleisch, Fisch, Eier, Milch, usw.
    Käse, Fleisch- und Wurstwaren, wenn ohne Gluten zubereitet